Inventarisation
Die umfassendste Art der Erforschung der preußischen Festung Köln
ist die klassische oder fundamentale Inventarisation.
Im wissenschaftlich fundierten Rahmen des Inventars werden die Anlagen in der
Gesamtheit ihres geschichtlichen Bestandes und Aussagewertes erschlossen.
Eine grundlegende Kenntnis des Festungsbestandes ist ebenfalls unentbehrlich
für die Denkmalpflege.
Die Erfassungsarbeit ist mittlerweile für einen Großteil der Anlagen abgeschlossen.
Schritt für Schritt werden weitere Objekte und Bauwerke folgen. Diese Ergänzungen werden
unmittelbar nach Erscheinen in die Datenbank übernommen.
Im Rahmen der Inventarisation und der darauf folgenden Bestandanalyse erfolgt
weiterhin eine Standortkontrolle aller - auch nicht qualifizierter - Objekte.
Im rechtlichen Sinn ist ein Baudenkmal eine Sache bzw. der Teil einer Sache,
an deren Erhaltung aus wissenschaftlichen (z.B. besonders typische Architekturform
oder technische Anlage), künstlerischen (z.B. mit Steinplastiken oder besonders
ausgeschmückte Wandfassade) oder heimatgeschichtlichen (z.B. Stadtbefestigung oder
typisches Zeugnis des örtlichen oder regionalen Profanbaus) Gründen ein öffentliches
Interesse besteht.
Die Schlussfolgerung mag demnach wie folgt lauten (J.Huber):
"Die Inventarisation kann ein Mittel sein, das Denkmalbewusstsein zu fördern, wenn die aus der Inventarisierungsarbeit
gewonnenen Erkenntnisse (was nicht mit dem Inventar an und für sich als Dokument
zu verwechseln ist) einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden. Das Publikum gelangt dadurch
in den Besitz der notwendigen Kenntnisse, um Geschichte, Funktion und Bedeutung eines Objekts wieder
zu erkennen. Dadurch kann von neuem bzw. verstärkt eine Beziehung zwischen Publikum und Objekt
entstehen, welche motivierend ist, das eigene, lebendige und nicht museale kulturelle Erbe zu pflegen
und zu erhalten. In diesem Sinne ist es eine Hauptaufgabe der Inventarisierung, die Brücke
zwischen dem Objekt mit seiner Geschichte, Bedeutung und Funktion und dem Publikum zu schlagen."