Beispiel: FORT GROSSHERZOG VON BADEN in Straßburg (1)
Das Fort V "Großherzog von Baden" (heute: Fort Frère) liegt westlich von Mittelhausbergen
und Oberhausbergen, ca. 4,7km von der Enceinte. Zusammen mit dem Fort III "Podbielski" (heute: Fort Ducrot)
galt es als "Schlüssel von Straßburg". Sie beherrschten zusammen die nordwestliche bis
westliche Flanke und liegen damit auch von ihrer strategischen Bedeutung vergleichbar mit
der in Köln damals erwarteten Hauptangriffsfront von Fort IV bis VII.
Die "Lünette mit trockenen Graben" mit zwei Facen je 125m und einer Flankenlänge von 70m, verfügt
ebenso wie in Köln über eine zweistöckige, bastionierte Kehlkaserne.
Beide Schulter-Kaponieren wurden mit einer Betonschicht verstärkt - die Sailant-Kaponiere jedoch umgebaut
zur Spitzgrabenwehr (vergl. Köln bei den vier rechtsrheinischen Forts).
Bild 1: Der Haupteingang des Forts in der Phase der umfangreichen Aufräumarbeiten des Militärvereins im Jahre 2001. Der Bewuchs
begegnet einem heute überaus lichter. Am oberen Bildrand ist einer der Infanterieausgänge gerade noch erkennbar.

Karte 1: Auf dem Grundriss des Forts sind zur Verdeutlichung die Hohlräume rötlich und der umlaufende Graben bläulich eingefärbt.
Astförmig verzweigend befinden sich im vorderen Teil die acht erhaltenen Miniergänge unter dem Glacis.
Rechts neben dem Kehlbockhaus befindet sich ein Pulvermagazin mit drei in den Kehlgraben mündenden Belüftungsschächten.
In der Verlängerung des rechten Kehlgrabens findet sich der einzige gebaute "dreistöckige A/M-Raum" zur Versorgung der
Anschlussbatterie.

Bild 2: Einer der Miniergänge, die unter das Glacis führen. In regelmässigen Intervallen zweigen
kurze Stichgänge ab, die im Bedarfsfall weitergeführt werden konnten. Zudem sind rundlaufende Einbuchtungen
zum Einlegen von Sperrbalken - für ein Abschotten bei Sprengungen - ebenfalls regelmässig anzutreffen.
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